Bulbul


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Grunzpsychose einer Planierwalze. Nur das der Ösi-Dreier für den angewandeten Hirnstuben-Härtling nicht die Neurosen abschütteln, sondern schamlos nach außen kehren will. Extro-Therapie sozusagen. Damit die Essenz allen guten Rocks. Die Druckwelle des Eisenhüllen-Debuts, das immer schon eben nicht wie die Melvins klingen wollte, ist leider nach wie vor der Fitzelmechanik des Kellerjazzers gewichen. Die Querköpfigkeit ist dennoch dem Genie King Buzzos um Elefantenpfade näher als die ausgewässerten Poppereien, die die White Stripes mit demselben Gestus begehen. Exil-Fuckhead Didi Kern streikt neuerdings das Schlagwerk als begnadet brachiales Blödelwesen from Moshpit Hell. Und Manfred Engelmayr, der Herbert Achternbusch der Headbanger, Ernst Hendrix Jandl, wie er in jedem guten Buch stehen sollte, stalkt mit unbeirrter Grandezza durch Songdekonstruktionen, die Chartsriffs zerlegen wie einen Pestfrosch in der Sezierungskammer. Indietronisches Afterdrücken. Gurgelattacken. Doppelgesichtige Gitarrenschrullen auf feixender Ultrabrutaler. Ein faszinierend verhaltensgestörter Schalkmetall. Nur die süß-brave Produktion verhindert, dass der Witz dieser Stereowatschen voll aufgeht. (Kommt in zehn verschiedenen Covers für den Collector Scum unter euch),